Am 14. Januar feierte die ökumenische Wohnungslosen-Initiative „Gast-Haus e.V.“ ihr 30-jähriges Bestehen mit einem bewegenden Festakt im Forum des Mallinckrodt-Gymnasiums. Neben zahlreichen Ehrenamtlichen und Unterstützern erwiesen auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti der Initiative die Ehre.
Es war ein Datum mit großer Symbolkraft: Genau 30 Jahre nach der Eröffnung der ersten Räume an der Rheinischen Straße blickte das Gast-Haus gestern Abend auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurück. Dass die Feier im Forum des Mallinckrodt-Gymnasiums stattfand, unterstreicht die tiefe Verwurzelung in der Stadtmitte – seit Generationen engagieren sich Schüler der Schule aktiv für die Gäste der Initiative.
Wüst: „Ein Ort der gelebten Nächstenliebe“
In seiner Festrede würdigte Ministerpräsident Hendrik Wüst die Arbeit der über 200 Ehrenamtlichen als unverzichtbaren Bestandteil der sozialen DNA des Landes. „Das Gast-Haus ist ein Ort, an dem nicht nur der Hunger gestillt wird, sondern an dem Menschen ihre Würde zurückerhalten“, so Wüst. Er betonte, dass die Verbindung aus professioneller Hilfe und bürgerschaftlichem Engagement hier beispielhaft gelebt werde.
Starke Rückendeckung durch die Stadt Dortmund
Auch Oberbürgermeister Alexander Kalouti fand in seinem Grußwort deutliche Worte der Anerkennung. Er betonte die unverzichtbare Rolle, die das Gast-Haus im sozialen Gefüge Dortmunds einnimmt. Für die Stadtverwaltung sei die Initiative ein verlässlicher Partner, der dort hilft, wo staatliche Strukturen oft an ihre Grenzen stoßen. Kalouti dankte dem Team im Namen aller Dortmunder Bürgerinnen und Bürger für drei Jahrzehnte unermüdlichen Einsatz für die Schwächsten unserer Gesellschaft.
Dank an die Säulen des Vereins
Katrin Lauterborn, Geschäftsführerin des Gast-Hauses, blickte auf die Herausforderungen der letzten Jahre zurück. Sie hob hervor, dass das Haus heute weit mehr als eine reine Anlaufstelle für Mahlzeiten ist – die integrierte medizinische Ambulanz und die Sozialberatung sind mittlerweile lebenswichtige Säulen der Dortmunder Obdachlosenhilfe.
Blick in die Zukunft: „30 Jahre – 30 Paten“
Trotz der feierlichen Stimmung blieb der Blick auf die Realität geschärft. Passend zum Jubiläum wurde die Kampagne „30 Jahre – 30 Paten“ vorgestellt. Ziel ist es, neue Dauerspender zu gewinnen, um die steigenden Kosten für die Versorgung langfristig abzusichern.
Der Abend endete mit einem herzlichen Austausch zwischen Politik, Stadtgesellschaft und Ehrenamtlichen – ganz im Sinne der Gastfreundschaft, die das Haus seit 1996 prägt.


