150 Jahre Ostfriedhof: Am 26. April gab es ein großes Fest – Oberbürgermeister Alexander Kalouti und viele Gäste waren dabei

Ein faszinierender Ort mit bewegter Geschichte: Auf dem Ostfriedhof fand am 1. April 1876, vor 150 Jahren, die erste Beisetzung statt. Damals sprachen die Menschen noch vom „Ostentotenhof“. Seitdem hat sich auf dem Ostfriedhof vieles verändert, aber seine Aufgabe ist geblieben: Er bietet Raum für würdige Bestattungen und Ruhe, um zu trauern. Gleichzeitig ist er auch ein lebendiger Teil der Stadt – das zeigte eine große öffentliche Feier am Sonntag, 26. April.

Um 11 Uhr begann die Feier mit einer Eröffnungsrede von Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti auf dem Platz vor der Trauerhalle. Um 11:30 Uhr waren alle Gäste herzlich zum Ökumenischen Gottesdienst in der Trauerhalle eingeladen. Im Anschluss gab es bis 16 Uhr offene Führungen und ein Rahmenprogramm.

150 Jahre Ostfriedhof: Oberbürgermeister Alexander Kalouti und viele Gäste waren dabei, Foto: Dagmar Schnecke-Bend

Hintergrund: Das ist der Ostfriedhof

Mit einer Fläche von rund 16 Hektar gilt er als „Grüne Lunge“ der Innenstadt-Ost. Viele Besucherinnen und Besucher lieben den Ostfriedhof für seine besondere Atmosphäre. Alte Bäume und vor allem die vielen historischen Gräber machen den Spaziergang besonders. Viele bedeutende Personen der Dortmunder Stadtgeschichte haben auf dem Ostfriedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden. Dazu zählen zum Beispiel die Industriellen Albert Hoesch und Heinrich Wenker, die Autorin Henriette Davidis und Dortmunds ehemaliger Oberbürgermeister Dr. Wilhelm Schmieding. Heute befinden sich auf dem Friedhof 4.218 Grabstätten und 362 Denkmale.

Der Ostfriedhof war nach dem Westfriedhof (ab 1811) der zweite Friedhof Dortmunds außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Auslöser für die Gründung waren ein politischer Erlass, der die Beisetzung an den Kirchen der Stadt untersagte, sowie das rasante Wachstum der Stadt. Katharina Charlotte Köcker hieß die erste Person, die auf dem Ostfriedhof beigesetzt wurde. Die Beerdigung fand am 1. April 1876 statt, drei Tage, nachdem die Dortmunderin im Alter von 75 Jahren verstorben war. Rund 20 Jahre später, im Jahr 1898, wurde der Jüdische Teil des Ostfriedhofs eröffnet.

Im Zweiten Weltkrieg erlebte der Ostfriedhof massive Zerstörung durch Bombentreffer. Gebäude und Einfriedungen waren nahezu vollständig vernichtet, die Grabfelder mit vielen Bombentrichtern übersät. Der Wiederaufbau dauerte bis ca. 1950. In dieser Zeit errichtete die Stadt auch das Mahnmal für die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, die in Konzentrationslagern ermordet worden waren.

1973 hatte der Rat der Stadt beschlossen, den Ostfriedhof auslaufen zu lassen, dort also perspektivisch keine Menschen mehr beizusetzen. Allerdings wurde dieser Beschluss 1998 aufgehoben. Heute ist der Ostfriedhof einer der beliebtesten und nachgefragtesten Friedhöfe in Dortmund mit einem zeitgemäßen Angebot an alternativen Bestattungsformen, darunter naturnahe Grabarten. Für die Zukunft planen die Friedhöfe Dortmund auch Gemeinschaftsgrabanlagen und Urnenstelen, um den Wünschen der Angehörigen noch besser nachzukommen.

150 Jahre Ostfriedhof, Foto: privat