„Schutzzone“: Nora Bossong liest im Stadtarchiv

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Was bedeuten Vertrauen und Verantwortung? Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander? Wie verhält sich Zeugenschaft zur Wahrheit? Und wer sitzt darüber zu Gericht? In ihrem Roman „Schutzzone“ geht Nora Bossong diesen Fragen nach – in privaten Beziehungen wie auf der großen politischen Bühne. Den Konflikten der Vergangenheit setzt sie die Hoffnung auf Versöhnung entgegen. Die Autorin liest aus ihrem Buch am Mittwoch, 13. November, 19 Uhr um Stadtarchiv (Märkische Str. 14). Der Eintritt ist frei.

Zum Inhalt: Nach Stationen bei der UN in New York und Burundi arbeitet Mira für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Während sie tagsüber Berichte über Krisenregionen und Friedensmaßnahmen schreibt, eilt sie abends durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Bei einem Empfang begegnet sie Milan wieder, in dessen Familie sie nach der Trennung ihrer Eltern im Frühjahr 1994 einige Monate gelebt hat.

Die Erinnerungen an diese Zeit, aber auch Milans unentschiedene Haltung zwischen gesuchter Nähe und schroffer Zurückweisung überrumpeln und faszinieren sie zugleich. Als ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät auch Miras Glaube ins Wanken, sie könne von außen eingreifen, ohne selbst schuldig zu werden.

Der Roman wurde von der Kritik hoch gelobt, war nominiert für den Deutschen Buchpreis 2019 und stand auf der ORF-Bestenliste.

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