„Nicht vergessen – Demenz“: Rückblick auf den Aktionstag in der Melanchthon-Kirche

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Das Thema ist in aller Munde. Jeder hat eine vage Vorstellung davon, was diese Erkrankung bedeutet und kennt Situationen, in denen man feststellt, dass das Verständnis für die betroffene Person nicht ausreicht, oder man hat selbst erlebt, wie schwierig der Umgang mit ihnen sein kann.

Am 10.10. konnten sich Interessierte darüber informieren und ausprobieren, was es mit einer „Demenz“ auf sich hat. In Fachvorträgen und an zahlreichen Ständen standen kompetente Fachleute Rede und Antwort.

In Rollenspielen konnten die Teilnehmer den Tagesablauf eines an Demenz erkrankten Menschen nachempfinden. (Foto: Seniorenbüro Innenstadt-Ost)
In Rollenspielen konnten die Teilnehmer den Tagesablauf eines an Demenz erkrankten Menschen nachempfinden. (Foto: Seniorenbüro Innenstadt-Ost)

Für die Praktiker unter den Gästen, gab es einen Parcours, der einen gesamten Tagesablauf darstellte, vom Anziehen über Essen zubereiten und portionieren, Autofahren, Einkaufen, bis zum abendlichen Tabletten nehmen und dem Öffnen einer Flasche.

Kurzum man konnte in die Rolle eines an Demenz Erkrankten schlüpfen und in dieser Rolle einen Tagesablauf nachempfinden. Jede einzelne Station wurde begleitet von jemandem, der z. B. einen Angehörigen „spielte“. Wie im richtigen Leben kamen immer wieder Kommentare und Anregungen.

„Das Schlimmste war, als mir gesagt wurde, ich soll mich nicht so anstellen und mal voran machen, obwohl ich mir schon die größte Mühe gab. Aber es gelang mir nicht!“, sagte eine Besucherin nachdenklich.

Ausbau und Erhalt der Lebensqualität sowohl bei Betroffenen als auch bei den Angehörigen stand im Mittelpunkt des Demenztages. (Foto: Seniorenbüro Innenstadt-Ost)
Ausbau und Erhalt der Lebensqualität sowohl bei Betroffenen als auch bei den Angehörigen stand im Mittelpunkt des Demenztages. (Foto: Seniorenbüro Innenstadt-Ost)

Und doch, es geht immer um den Ausbau oder den Erhalt der Lebensqualität sowohl bei Betroffenen als auch bei den Angehörigen. Daher war die Stimmung bei den Angeboten zur Entspannung und Entlastung wie z. B. beim Yoga, bei der Nachbarschaftsagentur, bei der Kirchengemeinde, bei der Alzheimergesellschaft oder an den Tischen des Cafés, lebendig und heiter.

Fragt man die Besucherinnen und Besucher sind sich alle einig: Der Aktionstag kann gerne wiederholt werden. Das Fazit fällt daher positiv aus und die ersten Planungen für das kommende Jahr stehen auch schon: Im November 2020 wird es wieder einen Aktionstag geben.

„Dann voraussichtlich unter dem Motto „Hilfen im Alltag“, so Annette Simmgen-Schmude vom Seniorenbüro Innenstadt-Ost . „Der Ort, die Melanchthon-Kirche, steht wegen der guten Erreichbarkeit fest, aber alles Weitere müssen wir noch überlegen“, ergänzt Annette Simmgen-Schmude.

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