50 kostenfreie Veranstaltungen an 50 historischen Orten: Programmbroschüre zum Tag des offenen Denkmals 2017 in Dortmund

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Am Sonntag, 10. September 2017, findet der nächste bundesweite Tag des offenen Denkmals statt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat dafür das Motto „Macht und Pracht“ vorgeschlagen, dem sich die Stadt Dortmund anschließt. Die Dortmunder Denkmalbehörde gibt auch in diesem Jahr die beliebte Programmbroschüre heraus. Das Heft ist ab sofort kostenfrei an vielen Stellen im Stadtgebiet erhältlich.

Tag des offenen Denkmals 2017 - Programmbroschüre zum Download

Tag des offenen Denkmals 2017 – Programmbroschüre zum Download

Zum 24. Mal beteiligt sich Dortmund in diesem Jahr am Tag des offenen Denkmals. Alle Interessierten sind am zweiten Sonntag im September eingeladen, rund 50 historische Orte und Gebäude in allen Stadtbezirken aus einer besonderen Perspektive kennenzulernen. Das bundesweite Motto „Macht und Pracht“ verspricht ein facettenreiches Programm, denn Dortmund blickt auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück. Denkmäler aus mehreren Jahrhunderten, von der Romanik bis zu den oft unterschätzten Bauten der Siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts, erzählen davon und laden zu einem Ausflug in Dortmunds Geschichte ein.

Veranstaltungen in der Innenstadt-Ost:

Kaiserstraßenviertel
Vor mehr als 130 Jahren wuchs Dortmund über seine Stadtwälle hinaus. Östlich der Innenstadt entstand ein fabrikfreier Bezirk, der Industrielle
und wohlhabende Bürger anzog. Die freistehenden Villen und aufwändig gestalteten Doppelhaushälften zeigen: Man ist wer in Dortmund zur Zeit der Industrialisierung! Der Rundgang durch das Kaiserstraßenviertel führt uns vom Kaiserbrunnen zu vornehmen Unternehmervillen aus der Zeit um 1900 und zum 1910 fertiggestellten Oberbergamt. Aus dessen repräsentativem Gebäudekomplex in der Goebenstraße wurde jahrzehntelang der Bergbau in der Region behördlich genehmigt und kontrolliert (heute Abteilung der Bezirksregierung Arnsberg). Bei vielen der Wohnhäuser sind Anklänge an das Landhaus sowie an Jugend- und Heimatstil erkennbar. Besichtigt werden kann im Rahmen der Führung das Erdgeschoss und Treppenhaus (siehe Foto) des Gebäudes Prinz-Friedrich-Karl-Straße 46. Die zweigeschossige Stadtvilla ließ das Architekturbüro D & K Schulze 1903 zunächst in Eigenregie errichten, der Maschinenfabrikant Gottfried Großmann erwarb und bezog sie 1908 (seither mehrfache Besitzerwechsel). Das Architekturbüro hatte 1902 bis 1907 mehr als 20 Grundstücke im Quartier erworben, mit Reihen-, Einzel- und auch Mietshäusern für den gehobenen Bedarf bebaut und an zahlungskräftige Kunden verkauft. Damit legte es die wirtschaftliche Basis für den Erfolg des Büros, das mit seinen Entwürfen das Dortmunder Stadtbild in der Zeit von 1902 bis 1929 an vielen Stellen prägte.

13.00 und 14.30 Uhr Führungen durch das Kaiserstraßenviertel durch Stadtführerin Ute Leupold. Start: Am Kaiserbrunnen. Teilnahme kostenlos, Dauer ca. 90 min.

www.stadtfuehrung-dortmund.de


Kath. Kloster- und Pfarrkirche St. Franziskus

Nachdem infolge der Industrialisierung viele Katholiken aus Osteuropa und dem Münster- und Sauerland nach Dortmund zugewandert waren, sollte ein neuer Stützpunkt für die Seelsorge geschaffen werden. 90 Jahre nachdem das erste Franziskanerkloster an der heutigen Klosterstraße in der Zeit der Säkularisierung aufgehoben worden war, kamen so im Jahr 1895 die Franziskaner zum zweiten Mal nach Dortmund. Das 1897 am Ostenfriedhof erbaute Kloster erhielt 1901/02 nach Plänen des Baumeisters Johann Franz Klomp eine eigene Klosterkirche. Ab 1911 diente sie auch der Seelsorge, 1924 erfolgte die Bildung einer selbstständigen Gemeinde, der heutigen Kath. Kirchengemeinde St. Franziskus Dortmund-Mitte. Die neugotische dreischiffige Basilika hat ein prachtvoll geschmücktes Portal, große Rundfenster und reiches Fenstermaßwerk. Nach Bombenangriffen stürzten 1944 die Gewölbe des Mittelschiffes ein, sie wurden später wiederaufgebaut. Bei einer Innenrestaurierung erhielt die Kirche 2006 ein holzgeschnitztes Altarretabel aus der alten Kirche St. Aloysius in Dortmund-Derne sowie vier neugotische Altaraufsätze aus dem aufgelösten franziskanischen Kolleg St. Ludwig (Vlodrop/NL). Im Jahr 1950 sind die Gebeine des 1922 in Dortmund verstorbenen, von vielen Menschen als heilig verehrten Bruder Jordan Mai vom Ostfriedhof (siehe Nr. 22) in die Kirche übertragen worden. Sein Erbe hält das Bruder-Jordan-Werk lebendig, u.a. mit Angeboten für Obdachlose und Bedürftige. Im benachbarten Bruder-Jordan-Altenzentrum leben die Franziskaner, die eine intensivere Pflege benötigen.

8.00–19.00 Uhr
Die Kirche ist geöffnet.

8.30 Uhr, 10.30 Uhr, 18.00 Uhr
reguläre Gottesdienste.

14.30 Uhr Kirchenführung mit Infos
zur Obdachlosenarbeit im Jordan-Treff, mit Bruder Klaus Albers, 1 Std.

16.00 Uhr Kirchenführung mit Infos zum franziskanischen Leben heute, mit Bruder Martin Lütticke

www.franziskaner-do.de


Ostfriedhof

Prächtige Gräber von mächtigen Dortmundern finden sich auf dem Ostfriedhof – Grabstätten vieler Persönlichkeiten, die die Dortmunder Stadt- und Wirtschaftsgeschichte geprägt haben. 1876 als zweiter städtischer Friedhof nach dem Westentotenhof (heute Westpark) angelegt, befindet er sich am Rand der Ende des 19. Jahrhunderts gebauten östlichen Stadterweiterung mit ihren großbürgerlichen Wohnhäusern. Industrielle, Ärzte und
hohe Beamte lebten hier – und ließen sich auf dem Friedhof begraben. An den Hauptachsen des Friedhofs – eine vom Haupteingang nach Süden
führend, die andere von ihr nach halber Wegstrecke gen Osten abzweigend – befinden sich besonders viele monumental und aufwändig gestaltete Gräber, die oft mit Plastiken versehen sind. Die Grabstätten bedeutender Industriellenfamilien – wie Hoesch, Jucho, Wenker, Klönne, Brügmann – finden sich neben den Gräbern bekannter Kommunalpolitiker, Künstler, Architekten oder Journalisten. Acht Grabmale auf dem Friedhof hat der 1877 in Dortmund geborene jüdische Künstler Benno Elkan gestaltet. Der Friedhof ist tagsüber stets frei zugänglich.

13.00 Uhr
Führung zu Grabmalen des Künstlers Benno Elkan, mit Klaus Winter, Dauer: ca. 1–1,5 Std.

14.30 Uhr
„Macht und Pracht auf dem Ostfriedhof. Ein unterhaltsamer Rundgang zu Gräbern von Mächtigen und prächtigen Gräbern“, mit Rüdiger Wulf, Dauer: 1,5 Std.

Treffpunkt für beide Führungen: Haupteingang (Robert-Koch-Straße, gegenüber Einmündung Melanchthonstraße). Teilnahme kostenlos.


Ehemaliges Parkcafé im Westfalenpark (heute AltenAkademie Dortmund)

Diese „großzügige, heitere Architektur“ biete einen guten Kontrast zum architektonisch streng gehaltenen Restaurant Buschmühle. So begründete die Gesamtleitung der Bundesgartenschau im Jahr 1957 ihre Entscheidung, den Entwurf des Architekten Will Schwarz für das Parkcafé im nordöstlichen Areal des Westfalenparks zu realisieren. 1958–59 entstand ein elegantes, in Südhanglage gebautes Café-Restaurant mit raumhoch verglaster Südfassade und geschwungener Terrasse, die von außen über eine Freitreppe zu erreichen ist. Viele unterschiedliche Materialien, Oberflächen und Farben sollten einen lebendigen und einladenden Eindruck machen. Die Betonbauweise machte die plastischen Formen mancher Bauteile möglich, so auch eine ausschwingende Wand, die die Sommerterrasse vor Wind schützen sollte. Farbige Keramikreliefs des Wittener Künstlers Hans H. Lechner schmücken sie. Farbige Klinker und kräftige Töne einzelner Wände verstärken das abwechslungsreiche Bild. Das Parkcafé ist das erste Gebäude der 1950er Jahre, das in Dortmund unter Denkmalschutz gestellt worden ist. Seit 1997 wird es von der AltenAkademie Dortmund genutzt. Im Inneren wurde einiges in Absprache mit dem Denkmalsschutz verändert, um den Anforderungen eines Seminarbetriebes gerecht zu werden, doch sind viele Details der Erstausstattung noch zu besichtigen.

12.00–15.00 Uhr
Das Gebäude steht für Besichtigungen offen. Ehrenamtliche Vorstandsmitglieder der AltenAkademie stehen für Fragen zum Gebäude und zur heutigen Nutzung bereit. Für den Westfalenpark ist Eintritt zu zahlen. Im Rahmen des Rundgangs vom Volksbad zum Westfalenpark ist der Eintritt frei.

www.altenakademie.de

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